Frontblende aus Alu

XPC mit Alu-Front

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Front von hintenDas Display sowie die zusätzlichen Taster sind von hinten in die Kunststofffront geklebt. Eine passende Frontblende musste hergestellt werden. Nachdem ich zunächst eine Frontplatte aus bedruckbarer Silberfolie hergestellt hatte, die mir aber nicht edel genug aussah, habe ich eine Aluminium-Front hergestellt.

Das Aluminium-Blech habe ich bei einem lokalen Industriebetrieb als Rest billig abgekauft. Ich kann nur empfehlen, einfach in den Gelben Seiten ein paar solcher Betriebe (in diesem Fall unter "Metalle / Metallverarbeitung" zu finden) herauszusuchen und dort nachzufragen. Die Alu-Platte ist 3,5 mm dick - schon recht stabil und fast zu dick zur Bearbeitung. 2mm Dicke hätte auch gereicht.

Die Platte habe ich mir einer Dekupiersäge, einer Art elektrischen Laubsäge, zugeschnitten und mit den größeren Löchern versehen. Die Sägeblätter sind sehr dünn und halten nicht lange, aber der Schnitt ist exakter als bei Verwendung einer Stichsäge. Die Löcher für die Taster und LEDs sind gebohrt. Es empfiehlt sich, zunächst ein entsprechendes Loch in einen Rest der Alu-Platte zu bohren und diesen Rest dann auf der späteren Frontplatte zu fixieren (beidseitiges Klebeband oder besser Schraubklemmen). So kann man beim Bohren nicht abrutschen. Ein vorheriges Vorkörnen des Lochs mit einem Nagel und ein Bohren eines kleineren Lochs ist dennoch anzuraten. Wer eine gute Standbohrmaschine hat, kann auf diese Maßnahmen vielleicht ganz verzichten oder gar die Frontblende in einer solchen in einer fein justierbaren Einspannung einspannen.

Um eine edle Oberfläche zu erhalten, habe ich von Hand (!) mit Metallbürsten die üblichen Rillen hineingebürstet. Auf keinen Fall darf hierzu eine Bohrmaschine mit Aufsatz nehmen, da die Geschwindigkeit viel zu hoch ist und das Alu "verklebt". Man kann auch gröberes Schmirgelpapier nehmen, um Rillen zu erzeugen. Um möglichst parallele Rillen hinzubekommen, nimmt man eine Holzleiste als Anschlag für die Metallbürste und arbeitet so Schritt für Schritt die ganze Platte ab.

SchraubeUm die Frontplatte später am Gehäuse befestigen zu können, habe ich Flachkopf-Schrauben mit Zwei-Komponenten-Kleber (UHU plus endfest) festgeklebt. Die Schrauben gehen dann durch die vorhandene Kunststoff-Front und das Shuttle-Gehäuse und werden von innen mit Muttern verschraubt. Zum Festkleben der Schrauben an der Rückseite der Alu-Frontplatte empfehle ich, die Schraubenköpfe und die Klebestelle an der Frontplatte mit Säge und Cutter aufzurauhen, damit es besser hält.

Ist die Blende zunächst fertig und probehalber einmal eingebaut, um die Paßgenauigkeit zu prüfen, kann man sie lackieren. Ich habe dazu matten Klaarlack genommen. Dieser sollte sehr dünn aufgetragen werden, da es milchig wirkt, wenn er zu dick ist. Und gerade das Glitzern des gebürsteten Alus sieht ja gut aus. Die Beschriftungen habe ich mit dem Laserdrucker spiegelverkehrt auf eine Folie gedruckt. Durch das umgedrehte Anbringen der Folie ist die Bedruckung dann am Alu anliegend, die Schrift somit scharf und außerdem von oben nicht abkratzbar. Die Beschriftungsfolien habe ich mit Kleber leicht fixiert, danach erst die komplette Front mit Klaarlack besprüht. Durch den Klarlack wird einerseits die Oberfläche des Alus und der Folie gleichmäßig glänzend und andererseits werden dadurch auch die Beschriftungen fixiert.

DVD StaubschutzAls DVD-Laufwerk habe ich das 106S von Pioneer verwendet, welches ich schon einige Jahre benutzt hatte. Ein Slot-In-Laufwerk ist hier finde ich sehr elegant, weil der Schlitz in der Frontplatte klein ist. Übrigens hatte ich zunächst ein DVD 120S, den Nachfolger des 106S. Von dem 120S kann ich nur abraten: Der Mechanismus ist viel zu schwergängig. Eine Frechheit, die sich Pioneer mit diesem neuen Lademechanismus erlaubt hat. Beim 106S schiebt man den Datenträger dagegen fast ohne Widerstand in das Laufwerk, bis es von alleine eingezogen wird. Ein zusätzlicher Staubschutz sollte eine weitere, neue Öffnung direkt hinter der Front bieten, die auch das Anschrammen an dem Schlitz am Aluminium verhindern sollte. Ich habe etwas Samtstoff gekauft und an einem Stück Pappe mit doppelseitigem Klebeband befestigt. Zwei dieser Samt-Streifen habe ich dann am Laufwerk festgeklebt.


Übrigens: Man kann sich Frontplatten auch fräsen lassen: Dies geht mit dem Frontplattendesigner der Firma Schaeffer Apparatebau. Mit diesem vektorbasierten Programm designte Frontplatten können dirket per CNC-Fräser hergestellt werden und können neben runden und eckigen Löchern auch Schriftzuge enthalten, die mit Farben ausgelegt werden. Leider kostet eine Frontplatte in dieser Größe mit all den Beschriftungen und Löchern inkl. Porto knapp 50 EUR.