Tastaturen (05/2009)

Schon zu meinen PC-Anfangszeiten hatte ich mir eine teurere Klick-Tastatur von Cherry gekauft. Auch wenn mich an der Tastatur nichts gestört hat, habe ich immer mal wieder geschaut, was es mittlerweile für andere gute Tastaturen gibt. Das Resultat ist, dass eigentich immer noch die damals gut bewährten Modelle nach meinem Geschmack die besten sind.

Ich lege Wert darauf, dass man gut und schnell schreiben kann und brauche keine Multimedia-Tasten. Auch wenn die Windows-Tasten vielleicht nicht allzu sehr stören, brauche ich diese eigentlich auch nicht. Dieser Überblick beschreibt die Tastaturen, die mir in diesem Sinne am besten gefallen.


Cherry G80, G81, G83

Cherry fertigt seit Ende der 80er Jahre die G80 Tastatur, ein robustes Modell mit mechanischen Einzeltasten, die auf eine Platine gelötet sind und mit Goldkontakten ausgestattet sind. In den 90ern kam das G81 Modell hinzu, welche eine billigere Gummimembrane verwendet (wie fast alle heutigen Tastaturen). Das G83 Modell ist die billigste Variante von Cherry.


Cherry G80 Platine mit Einzeltastern

Die G80 bleibt nach wie vor die beste Tastatur von Cherry. Früher gab es die Variante G80-1000, jetzt die G80-3000, welche im Unterschied Windows-Tasten besitzt. Bei beiden Varianten gibt es die Tastatur dann noch als Linear, Klick-Druckpunkt und Soft-Druckpunkt Variante. Dies wird im Buchstabenkürzel am Ende des Namens ausgedrückt.

Je nach Elektronik und Verschaltung der Tasten können unterschiedlich viele Tastendrücke gleichzeitig erkannt werden. Ältere Modelle haben ein N-Key-Rollover, d.h. eine beliebige Kombination aller Tasten kann erkannt werden. Bei 2-Key-Rollover können im schlimmsten Fall nur zwei gleichzeitige Tastendrücke erkannt werden. Dies kann zu Problemen bei Spielen führen, wenn man mehr als zwei Tasten gleichzeitig drückt und ein Tastendruck dann nicht erkannt wird. Bei meiner Cherry G80-3000 (aktuelles Modell 2006) können z.B. die Tasten asdfjklö gleichzeitig erkannt werden, die Tasten dfr aber nicht.


N-Key-Rollover, auch erkennbar an den Dioden


Cherry G80-1000/3000 Linear

Bei der linear-Variante lassen sich die Tasten mit linear stärker werdendem Gegendruck bis zum Anschlag eindrücken. Nachteilig ist, dass die Taste etwa in der Mitte des Betätigungsweges schaltet, dieser Punkt aber in keinster Weise zu fühlen ist. Wenn man schnell schreibt, kann man nicht fühlen, ob eine Taste "gedrückt" wurde oder nicht, was zu unnötigen Tippfehlern führt.


Cherry G80-1000


HAD = Linear-Variante, 16 = Variante mit N-Key-Rollover


Cherry G80-1000/3000 Klick-Druckpunkt

Bei der Klick-Druckpunkt-Tastatur gibt es etwa in der Mitte des Betätigungswegs eine Stelle, an der die Taste mit einem Klick vom Gegendruck her nachläßt, so dass man am Ende zusätzlich recht stark anschlägt, was diese Bauart (durch Klick und Anschlag) recht laut macht. Das Schreibgefühl finde ich persönlich aber ausgesprochen gut.


Cherry G80-1000/3000 Soft-Druckpunkt

Bei dieser Variante war wohl Ziel, einerseits einen möglichst guten Druckpunkt zu haben, und trotzdem eine leise Tastatur. Dies ist halbwegs gelungen. Die Klick-Druckpunkt hat eindeutig das bessere Schreibgefühl, aber wenn man (z.B. bei der Arbeit) seine Kollegen nicht mit einer so lauten Tastatur stören will, ist dies die beste Alternative der drei G80-Varianten.


Cherry G80-3000


IBM Model M

Diese Tastatur ist in der Ausführung einzigartig. Sie ist sehr robust gebaut, wiegt knapp 2 kg und hat mechanische Einzeltaster. Die Taster arbeiten nach einem patentierten Prinzip, und Druckpunkt und Auslösung der Taste stimmen exakt überein. Die Tasten haben einen für heutige Verhältnisse großen Betätigungsweg, was man als ergonomisch nachteilig ansehen kann. Trotzdem ist diese Tastatur meine erste Wahl und somit das von mir bevorzugt verwendete Modell. Leider ist die Tastatur sehr laut (es gibt das Gerücht, man dürfe damit nicht mehr nach 22 Uhr tippen, um die Nachtruhe nicht zu stören ;-) ), so dass ich sie nicht bei der Arbeit nutze.

Diese Tastatur wird übrigens immer noch hergestellt. Lexmark hat das Patent an Unicomp verkauft, welche mit der selben Technik sogar neue Modelle herstellen. Es sind auch Modelle mit Windows-Tasten, Trackpoint und USB-Anschluss zu haben.


IBM Model M, Baujahr 1987


Chicony mit Cherry Tasten

Offenbar wurden auch Tastaturen anderer Hersteller mit Cherry Tastern ausgerüstet. Ein Beispiel ist diese Chicony Tastatur, welche über Cherry Klick-Taster verfügt und vom Schreibgefühl auch identisch mit dem entsprechenden Cherry Modell ist.


Chicony KKB-5162


Lenovo externe ThinkPad Tastatur

Die Tastaturen der IBM/Lenovo Notebooks sind generell sehr gut, wobei dort verschiedene Tastaturen unterschiedlicher Hersteller Verwendung finden. In der Hoffnung, die externe Thinkpad-Tastatur hätte viel mit den Notebook-Tastaturen gemein, hatte ich mir diese für immerhin knapp 100 EUR gekauft - und für etwa 15 Minuten behalten, bis ich den Retourenschein ausgefüllt habe. Das Schreibgefühl ist nicht vergleichbar. Die Tasten wirken klapprig. Einige Tasten scheuern beim Drücken. Man kann die Tasten durch leichten Druck über den Druckpunkt bekommen, ohne dass sie auslösen. Eine der "Maus"-Tasten löste bei leichtem Druck nicht aus. Insgesamt: Kein Vergleich, nur das Aussehen erinnert an die Notebook-Tastaturen. Finger weg!


Lenovo ThinkPad USB Keyboard mit UltraNav


steelseries 7G

Diese Gaming-Tastatur beruht auf Cherry-Tasten der G80 Serie ohne Druckpunkt (linear). Der Auslösepunkt wurde speziell für diese Tastatur verändert. Die Tasten lösen hier schon aus, wenn man die Tasten nur wenig nach unten drückt. Dies soll bei Profi-Spielern zu einer schnelleren Reaktionszeit führen. Der Betätigungsweg der Tasten insgesamt wurde nicht verändert. Die Tastatur ist auf einer Metallplatte montiert und recht schwer, was ihr den Namen verleiht. Allerdings sind die Tasten und das Gehäuse aus normalem Kunststoff. Die Tastatur ist selbst recht hoch und läßt sich vom Winkel her nicht neigen. Eine Handballenauflage in Form eines großen Kunststoffrahmens wird mitgeliefert, macht die Tastatur dann aber auch sehr groß. Die steelseries 7G kostet ca. 100 EUR.

Mag diese Tastatur für Profi-Spieler geeignet sein, so ist sie doch für den Büroalltag und einfach zum Schreiben ungeeignet, da die Tasten früher auslösen und man beim schnellen Schreiben mehr Tippfehler erzeugt. Daher kann ich von dieser Tastatur zum normalen Schreiben nur abraten. Ein kleinerer Nachteil ist noch, dass die LEDs ziemlich grell leuchten, aber die könnte man prinzipiell auch abkleben/anmalen/umbauen.

steelseries 7G
ohne die Handballenauflage ist die Tastatur sehr hoch, aber auch handlich klein