verschiedene Firmenlogosverwendete Hardware - was ist drin?

Version 1: Pentium 75, Soundblaster 16 (bald Soundblaster 64), 8MB Ram, Floppy, 6fach CD-Wechsler (für 72 Stunden Musi), Mini-Netzteil, Elektronik einer alten Tastatur (alles herum weggeflext, was ich nicht davon brauchte) und noch ein bischen andere Elektronik.

Version 2: Das Gerät hat jetzt 24 MB und die Software eine Funktion, bei der sehr schlecht lesbare Dateien vor der Wiedergabe in eine Ram-Disk kopiert werden. Ein weiteres Netzteil (1,5 Watt) speist im dadurch möglichen Standby-Betrieb die neu hinzugekommene IR-Fernbedienungselektronik (ELV, 30,- €). So ist es möglich, mit einer billigen vorprogrammierten Fernbedienung Fernbedienung (Philips RC5-Code) das Gerät auch aus der Ferne zu bedienen. Die Elektronik steuert durch 12 Relais die "Tasten" an, die auch an der Gerätefront zu sehen sind, und auch die Hauptstromversorgung (PC-Netzteilplatine, die ich hier aus dem Metallgehäuse genommen habe). Durch eine weitere Elektronik im Stil meines Projekts PowerMan (siehe unter "Projekte & Software") kann sich das Gerät jetzt selbst nach dem Zurückschreiben der Daten auf die Diskette beim Beenden des Abspielvorganges ausschalten. Ein besonderer Effekt ist die automatisch sich öffnende Glasfront des Geräts. Ein IR-Abstandssensor (Conrad, 17,- €) mit Ansteuerelektronik erkennt die Hand vor dem Sensor und öffnet die Glasfront. Nach 45 Sek. schließt sich die Scheibe selbsttätig. Ein Display ist schon in der ersten Version des Geräts später eingebaut worden. Es kann 4x20 Zeichen darstellen und ist Hintergrundbeleuchtet. Die Helligkeit wird bei Öffnen der grau-halbdurchsichtigen Glasplatte abgesenkt, damit es immer gleichhell erscheint.

Anmerkungen zur gewählten Hardware

CPU: Der Prozessor muß so leistungsstark sein, daß er die MP3-Files decodieren kann. Auch wenn bei guter Programmierung des MP3-Players ein 486er mit 100MHz ausreichen würde, reichte bei meinem verwendeten Programm selbst ein 486-133 nicht aus, und so habe ich einen 75MHz Pentium nehmen müssen.

Board: Keine besonderen Anprüche ans Board, außer daß es möglichst klein sein sollte. Ich habe ein Mini-AT-Board verwendet (etwa 22x22cm), ältere Boards sind evtl größer! Es gab vor einigen Jahren mal 486er Toamto-Boards, die extrem klein waren, der 16Bit-Slot ragte schon über die Platine hinaus. ;-) Im Pentium-Bereich gibt es höchstens Industrie-PC-Boards, allerdings kosten die ein paar hundert DM und brauchen ein Grundboard für ISA-Karten, in das auch die CPU-Karte gesteckt wird.

Board mit Sound?: Es gibt Boards mit Sound On-Board. Das bringt Platzersparnis. Allerdings habe ich keines finden können, welches Soundblaster 16-kompatibel ist.

Board mit VGA-Grafikkarte?: Braucht man nicht, meine 2 getesteten Boards meckerten nicht, nachdem ich ihr die VGA-Karte entnahm.. Man sollte im BIOS evtl. "Display" auf "None" stellen oder das Stoppen bei irgendwelchen erkannten Fehlern ausstellen (Hauptbildschirm im BIOS).

L-Stecker: Mit einem 16Bit-ISA-Stecker habe ich die Soundkarte jetzt nicht senkrecht zum Board sondern parallel dazu liegen. Dadurch hat das CD-Rom-Laufwerk darüber Platz (Version 1) und das Gehäuse konnte ich kleiner bauen. So einen L-Stecker kann man sich entweder selbst löten (Platine ätzen und Stecker auflöten) oder aus einem alten SlimLine-Gehäuse nehmen (von dem 5fach-T-Stecker den entsprechenden Teil herausflexen).

Speicher: Ich lade die ganze Soft in eine Ram-Disk, damit nur wenig auf die Floppy zugegriffen werden muß. Die ist minimal 3 MB groß. Außerdem nutzt der XTC-Play etwas zum Puffern. 8MB sollten reichen, aber Speicher kostet ja eh' nichts mehr..

Netzteil: Schön ist ein kleines Netzteil, wie es für SlimLine-PCs Verwendung findet. Wo man sowas bekommt, kann ich leider nicht sagen, ich habe es bei einem Bekannten abgestaubt. :-))

Regelelektronik statt Netzteil?: Im Auto würde es Sinn machen, die benötigten Spannungen direkt aus den 12 Volt der Autobatterie zu erzeugen. Allerdings habe ich dazu keine fertige Elektronik gefunden und ich habe auch nicht das Wissen, mir sowas selbst zu bauen. Somit hatte ich nur die Möglichkeit, die Spannung erst auf 220V zu wandeln und dann einem normalen Netzteil zuzuführen.

HDD: Braucht man nicht. Zwar könnte man sich noch ein Titelgedudel oder so daraufspeichern, aber eine HDD nimmt Platz weg und im Auto würde ich ihr den Erschütterungen nicht aussetzen wollen. Mein Programmkram für DOS ist ca. 900 KB groß und paßt damit locker auf eine 3,5" Bootdiskette.

Floppy: Naja, eine 3,5"-Floppy sollte es schon sein. :-) Alternative: Bootfähige Flashkarte oder IDE-Flashdisk, kostet aber um die 150,- DM. Gibt es für den ISA-Steckplatz bei Vertriebsfirmen für Industrie-PCs. Einfach in einer Computerzeitschrift nach Adressen Ausschau halten!

CD Changer Control LogoCD-Rom-Laufwerk: Das Laufwerk sollte zuverlässig sein und eine gute Fehlerkorrektur besitzen, um auch gebrannte CD-ROMs zu lesen. Mitsumi-Laufwerke sind Schrott, das habe ich wohl gemerkt.. ;-) Ein schnelles Laufwerk braucht man auf keinen Fall: Bei der Datenreduktion würde theoretisch ein fünftelfach reichen, ein 2-12 fach reicht also aus, schnellere nerven nur durch laute Anlauf- und Betriebsgeräusche. Ich habe einen CD-Wechsler für 6CDs eingebaut. Der ist auch schön langsam (8fach). Das Gerät ist von TEAC und läuft bisher ohne Probleme. Ich habe es für 100 DM gebraucht bekommen, Neupreis ist im Moment 140 DM. Mitgeliefert werden u.a. Treiber für DOS und ein Programm, welches die CDs wechseln kann. Wer die MP3Box nur als Standgerät (also nicht im Auto) benutzt, sollte aber auch mit einem normalen Einzel-CD-Rom-Laufwerk auskommen.

Soundkarte: Auch eine billige Soundkarte kann heute in CD-Qualität wiedergeben (16 Bit Stereo 44,1 kHz). Allerdings ist einiges zu beachten: 1.) Der MP3-Player muß mit der Soundkarte zusammenarbeiten. Z.B. hätte ich nur zu gerne eine Terratec Base 1 eingebaut, wenn sie SB 16-kompatibel gewesen wäre. Der XTC-Play spielt aber bei der Terratec nur mit 8 Bit ab (SB Pro). 2.) Für evtl. weitere Programme gilt dasselbe: Ich habe den SBTalker der Original-Soundblaster verwendet, der mir die Titel ansagen kann und einiges andere, und der Talker läuft auch nicht mit der Terratec Maestro 32/96 zusammen, die ich habe. 3.) Die Soundkarte sollte einen Line-Out-Ausgang haben. Wenn sie nur einen verstärkten Ausgang für Passivboxen hat, wird der billige Verstäker der Soundkarte benutzt, der einen schlechten Rauschabstand und Frequenzgang verursacht. Also: Soundkarte mit Line-Out (z.B. SB 16 alt) oder eine bei der man umschalten kann (Terratec M32/96, SB 16 PnP neu). 4.) Die SB16 PnP (neu) konfiguriert sich unter DOS mit dem Plug&Play-Manager so, daß Low- und High-DMA gleich sind. Dadurch reicht die Leistung einer P75-CPU nicht aus, um MP3-Files wiederzugeben. Alte SB16-Karten oder die AWE64 haben dieses Problem nicht.

Wechselrichter: Zum Betrieb im Auto habe ich den Wechselrichter von ELV eingesetzt. Er erzeugt aus 12 Volt die benötigten 220V. Da er 150 Watt Dauerleistung abkann und ich meine MPeg-Box mit einer Betriebsleistung von unter 25 Watt (!) gemessen habe, wird der Wechselrichter im Betrieb mal grade fühlbar wärmer. Ähnliche Geräte gibt es auch bei Conrad Electronic.

Hardware selbstgelötet

Von einer alten Tastatur habe ich die Tasten herausgerissen und die Platine soweit weggeflext, bis nur noch der Teil mit den ICs drauf übrig war. Die Leitungen der Tasten des Nummernblocks habe ich dann an einen Centronics-Stecker am Gehäuse weitergeleitet, an das eine Kabelfernbedienung angeschlossen werden kann. Für 12 Tasten zur Steuerung sind das auch nur 7 Leitungen (und nicht 24), denn mehrere Tasten haben einen gleichen Anchluß.

Die Fernbedienung habe ich im Auto fest eingebaut, die Tasten darin sind mit entsprechenden Tasten, die fest im Gerät befestigt sind, parallelgeschaltet.

Um noch ein paar LEDs der Fernbedienung anzusteuern, benutze ich die parallele Schnittstelle. In Pascal: Der Befehl "port[$378]:=64;" sendet das entsprechende Byte an die Parallele Schnittstelle und schaltet die Leitungen 2-9 davon auf 5 Volt bzw. 0 Volt. Mit diesen Leitungen kann man Transistoren ansteuern, die mit einem entsprechend hohen Strom belastet werden können, die die LEDs brauchen.

In Version 2 habe ich die parallele Schnittstelle vor allem zum Ansteuern des neuen LCD-Displays verwendet (6 Bit werden benötigt). Die freien 2 Bit (Pins 8+9) habe ich für das Offenhalten der Glastür beim CD-Wechseln per Hand und für die Einschaltelektronik genommen.

MP3Box UntenDie Einschaltelektronik funktioniert so: Bekommt sie einen 5V-Impuls, bleibt das Relais noch 40 Sekunden (einstellbar) geschaltet und schaltet dann aus. Durch dieses Relais wird die Hauptstromversorgung geschaltet und das Gerät kann sich somit selbst abschaltet, indem der entsprechende Kanal der parallelen Schnittstelle im passenden Augenblick auf 0V gesetzt wird, während er bei der gesamten Betriebsdauer auf 5 V steht.

Zum Ansteuern des IR-Sensors für die Glastür mußte ich eine Elektronik löten, die ein 3 Volt/0 Volt Taktsignal erzeugt, welches der Sensor selbst als Eingangssignal verlangt. Ich habe mich für eine einffache Blinkschaltung entschieden (auch als Multivibrator bekannt).

Bei der Fernbedienungselektronik von ELV mußte ich die FlipFlops nach dem Ausprobieren wieder entfernen, da ich nicht wie bei diesem Bausatz vorgesehen bei einem Tastendruck EIN, beim nächsten AUS schalten will, sondern eine Tastfunktion benötigte. An diese Empfangselektronik ist eine Batterie von Relais geschaltet, auf einer extra Platine aufgelötet und durch Transistoren angesteuert.

Die einzelnen Elektroniken habe ich in der Version 2 jetzt richtig nett aufgeschraubt und mit Flachbandkabeln verbunden, die diesmal sogar lang genug sind. ;-)